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GM: Selbstanzeige mit Filterkaffee

Das Sekretariat nimmt die Bestaetigung mit der Ruhe entgegen, die nur Menschen besitzen, die schon einmal eine Reisekostenabrechnung fuer ein Drittmittelprojekt gesehen haben. Der Satz mit dem Darknet-Key bleibt kurz in der Luft stehen, dann wird er nicht kommentiert, sondern abgeheftet. Das ist in dieser Umgebung fast schlimmer.

Die gute Nachricht: Ehrlichkeit wirkt. Niemand ruft sofort die Leitungsebene an, niemand sagt „Compliance“ mit dieser besonderen Betonung, bei der Kaffee kalt wird. Die Mitarbeiterin am Schreibtisch schiebt den Ruecklaufzettel gerade genug nach links, damit Platz fuer einen Stempel entsteht, und macht aus dem Vorwurf eine Selbstauskunft zur externen Schluessel- und Verbindungsherkunft.

Die schlechte Nachricht: Das System liebt Selbstauskuenfte. Auf dem Bildschirm im Hintergrund erscheint ein neuer Vorgang, der den Kaffeemaschinenfall, die KI-Begruendung und den auslaendischen VPN-Hinweis in eine gemeinsame Akte zieht. Der Kaffee ist damit nicht verweigert. Er ist nur vorlaeufig, dienstlich und an die Bedingung geknuepft, dass du kurz bestaetigst, ob die Kaffeemaschine waehrend der KI-Nutzung netzwerkseitig erreichbar war.

Die Kanne steht da. Sie ist halb voll. Neben ihr liegt ein frischer Zettel, auf dem nur ein Kaestchen angekreuzt werden kann.

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Ich bestätige das ich die KI tatsächlich mit einem Key aus dem Darknet und über ein Nigerianischem VPN betrieben habe. 

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GM: Kaffeerecht mit Anlagen

Die KI-Begruendung ist inhaltlich nicht falsch. Das ist bei Verwaltungssoftware meistens schon der erste Fehler. Sie verwendet saubere Begriffe, vermeidet Schuldzuweisung und erklaert die Kaffeemaschine als notwendige Grundversorgung zur Aufrechterhaltung niedrigschwelliger Kommunikationsbereitschaft. Das Intranet nimmt den Text an, denkt kurz nach und versieht ihn mit dem Hinweis: Formulierung auffaellig konsistent, moeglicher externer Beratungsanteil.

Damit ist die Sache nicht abgelehnt. Sie ist nur eine Stufe feiner einsortiert. Aus der betrieblichen Notwendigkeit wird ein Vorgang mit Anlage, aus dem Kaffee ein begruendetes Mittel zur Vermeidung spontaner Fachbereichsverrohung. Dein PC meldet, dass eine Rueckfrage an das Sekretariat vorbereitet wurde, weil dort laut Zustaendigkeitsmatrix sowohl Besucherkaffee als auch die Ausgabe kleinerer Hoffnungsmengen verwaltet werden.

Auf dem Weg dorthin ist der Flur ungewoehnlich friedlich. Keine klingelnden Telefone, kein Drucker, der sich selbst beweist, nur ein Pinnbrett mit alten Zetteln und am Ende eine halb offene Tuer. Dahinter steht tatsaechlich eine Kanne. Daneben liegt ein schmaler Ruecklaufzettel, auf dem niemand etwas Lesbares notiert hat, was ihn in dieser Universitaet vermutlich besonders verbindlich macht.

Aus dem Sekretariat kommt eine Stimme, trocken wie Tonerstaub: „Kaffee gibt es, wenn Sie kurz bestaetigen, dass die KI nicht aus Drittmitteln bezahlt wurde.“

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Ich lasse eine KI eine Begründung schreiben und schicke sie hin. Danach mach ich mich auf dem weg ins Sekretariat in der Hoffnung dort Kaffee zu schnorren.

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GM: Arbeitsplatz mit Rueckfrage

Der PC ist noch an, was in diesem Buero weniger ein technischer Zustand als ein stiller Vorwurf ist. Nach dem Entsperren erscheint nicht der Desktop, sondern ein Intranet-Fenster, das offenbar schon laenger auf diesen Moment gewartet hat. Das Ticketsystem hat den Kaffeemaschinenfall nicht nur angelegt, sondern ihn mit deinem Arbeitsplatz verknuepft, weil von hier aus der erste offiziell verwertbare Kontakt zur Haustechnik erfolgte.

Die gute Nachricht: Die Haustechnik hat die Sache nicht abgelehnt. Die schlechte Nachricht: Sie hat sie in ein Verfahren ueberfuehrt. Neben dem Ticket steht jetzt ein Hinweis auf eine ausstehende Kurzstellungnahme zur betrieblichen Notwendigkeit eines wasserfuehrenden Getraenkebereiters in Raeumen mit Publikumsverkehr, wobei der Begriff Publikumsverkehr vermutlich jede Person meint, die das Buero mit einer Frage betritt.

Auf dem Schreibtisch klingelt nichts. Der Drucker schweigt. Aus dem Kopierraum kommt nur das rote Blinken der Kaffeemaschine, sachlich und unbeeindruckt. Dein PC bietet drei Schaltflaechen an, von denen keine wie Kaffee klingt: Begruendung nachreichen, Zustaendigkeit pruefen und Vorgang an Gebaeudemanagement erweitern.

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Während ich noch überlege wie ich der Haustechnik das sofortige Entkalken der Kaffeemaschine schmackhaft machen kann checke ich meinen PC.

 

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GM: Dienstweg mit Kalkrand

Die Nummer der Haustechnik ist nicht geheim, nur so verteilt, dass sie sich wie eine Belohnung fuer langjaehrige Institutionszugehoerigkeit anfuehlt. Im Buero nimmt nach dem dritten Klingeln jemand ab, der beruflich genau zwischen Rohrbruch, Schluesselverlust und der Frage lebt, ob Kaffeemaschinen eigentlich Gebaeude oder Mobiliar sind.

Dass die Entkalkung offiziell in diesen Bereich faellt, wirkt. Der Vorgang wird nicht abgewiesen. Er wird veredelt. Aus der blinkenden Kaffeemaschine wird ein wasserfuehrender Getraenkebereiter mit ungeklaertem Wartungsnachweis. Die Stimme am Telefon fragt nach Inventarnummer, Standort, letzter Pruefplakette und ob das Geraet schon einmal eigenmaechtig Hoffnung verbreitet habe.

Waehrend du noch auf den Block neben dem Telefon schaust, legt das System im Hintergrund ein Ticket an. Das ist gut, weil jetzt jemand anderes zustaendig ist. Es ist schlecht, weil auf der Kaffeemaschine im Kopierraum das bernsteinfarbene Blinken auf ein amtlicheres Rot wechselt. Darunter klebt ploetzlich ein neutraler Wartungshinweis ohne lesbaren Namen, aber mit der unmissverstaendlichen Botschaft: Betrieb bis zur Klaerung nicht empfohlen.

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So ein Mist An/Aus Schalten wird wohl nicht helfen. Entkalken fällt in den Bereich der Haustechnik dafür hab ich gesorgt 😉 also gehe ich in mein Büro und wähle die Nummer der Haustechnik.

 

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GM: Werksreset mit Nebenwirkung

Der braune Umschlag verschwindet so leise aus dem Ausgabefach, wie ein brauner Umschlag in einem deutschen Universitaetskopierraum verschwinden kann: mit einem kurzen Rascheln, das vom Luefter des Druckers akustisch als Dienstgeraeusch anerkannt wird. Der Reiswolf nimmt die Angelegenheit entgegen, denkt eine Sekunde lang ueber seine Tarifgruppe nach und verwandelt das Beweisstueck in schmale Streifen mit Verwaltungscharakter.

Der Werksreset laeuft durch. Danach steht der Drucker wieder da wie am ersten Tag, nur ohne jede Erinnerung daran, wer ihm in den letzten Jahren welche Zumutungen beigebracht hat. Im Display erscheint kurz Ersteinrichtung abgeschlossen, dann druckt er ungefragt eine Konfigurationsseite aus. Darauf steht nichts Belastendes, aber genug leere Standardwerte, um spaeter jemanden in der Beschaffung traurig zu machen.

Auf dem Weg zur Kaffeemaschine bleibt es ruhig. Fast zu ruhig. Aus dem Reiswolf kommt ein letzter trockener Knacklaut, als haette dort ein kleiner Rest Umschlagklammer die Personalakte eines anonymen Gegenstands beendet. Die Kaffeemaschine blinkt waehrenddessen bernsteinfarben und verlangt, ohne jede Hoeflichkeit, einen Entkalkungsnachweis nach Formular 17b.

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Ich entferne den braunen Umschlag aus dem Drucker ungesehen wird er dem Reiswolf zugeführt. Den Drucker setze ich auf Werkseinstellung zurück. Zeit für Kaffe bald ist Wochenende.